Unser Jan auf Expedition in Dubai, Tasmanien und Neusseland!

Unser Jan auf Expedition in Dubai, Tasmanien und Neusseland!

Beitragvon Olli G. » 16.11.2004, 11:43

Hier habt ein wirklich netten Reisebericht von dem Kopf unser Holland -
Connection.
Ich hoffe Jan versorgt uns auch weiterhin mit so schönen Berichten.

Gruß Olli

Aloha ihr Lieben,


Hier folgt der nun ernsthaft erste "newsletter" aus dem Land am anderen Ende der Welt. Es ist schon wahnsinnig wie es hier an jeder Ecke vor Inspirationen nur so wimmelt. Wir haben mittlerweile schon das ein oder andere gesehen, Leute getroffen, und sind die eine oder andere Welle gesurft. Aber erst mal chronologisch das aufarbeiten, was bei all dem auf der Strecke geblieben ist.

Dubai




Tja die Dubai Story haben wir euch ja beim letzten mal ausführlich geschildert, doch eines sei noch angemerkt. Ein seltsamer Platz in einem seltsamen Land. Wir haben Leute gesehen die ohne mit der Wimper zu zucken in einem Auto davon brausen, dass mehr als dass eintausendfache von dem Jahreseinkommen des Nachbars fahren, seltsam. Wir haben über den Koran gelesen, wurden beschallt von Botschaften die Leute von hohen Türmen kund taten und offensichtlich Leute die nach dessen Botschaft, oder vielmehr dessen teils fragwürdige Auslegung leben. Wenn Männer ihren Frauen auftragen mit eiserne Masken ihre Gesichter zu verschleiern, dann erinnert das allemal eher an mittelalterliche Gebräuche als an moderne Standards.
Wenn man einerseits mittelalterliche Parolen von Dächern schreit andererseits jedoch dem ach so verhassten westlichen Luxus und Prunk frönt stell ich mir doch die Frage wieso? Na ja wie dem auch sei. Dubai ist mehr als eine Reise wehrt allein schon um einmal mitzuspielen in einem Märchen aus tausend und einer Nacht.
Wer allerdings weniger Lust hat sich mit der "Light Touristen" Version zufrieden geben will, dem ist geraten an jeder Ecke tief in in die Läden zu gucken und überall erst um mehr als 50 % Rabatt zu feilschen und danach ohne etwas zu erwerben und dann zum Nachbarstand schlendert und das selbe zu tun. Wir können auf alle Fälle berichten, dass das groesste Abenteuer allerdings Surfbretter mit zu bringen. Nicht nur, dass "man" ein "Kanu" nicht mit dem Taxi mitnehmen kann und wird, sondern auch wenn man den Wunsch kund tut im nachhinein nach Australien weiter zu fliegen, kann das dem nicht gerade arbeitshungrigen Flughafenpersonal mehr arbeit berieten als man zunächst annehmen mag. Schlappe 2 Stunden kann in so einem Fall auch mal ein Check in dauern... Man hat ja auch Zeit in diesem tollen, prunkvollen Land. Von Emanzipitation hat man noch nix gehört und Frauen behandelt man schlimmer als vor hunderten von Jahren, und um zu gucken welche prunkvolle Limousine man als nächstes kaufen wird erfährt man eh erst zu nächsten IAA in Frankfurt und bis dahin vergehen noch mindestens tausend und eine Nacht.....

Brisbane
Der Beweis ist erbracht! Die Welt ist eine Kugel!


Nicht gerade eine wissenschaftliche Neuheit eher ein lange geahnte Tatsache hat sich bewahrt. Am 5. Oktober ist es den beiden Wissenschaftlern C.T. Und J.G. Gelungen im rahmen einer Studienfahrt den endgültigen Beweis zu erbringen, dass die Welt eine Kugel ist. Für alle die es nicht glauben es stimmt!!! Ich kann mich noch sehr sehr gut daran erinnern wie ich abends vor dem Einschlafen aus meinem Fenster in Haarlem geguckt habe und mir vorgestellt habe wie es auf der anderen Seite wohl aussehen mag! Wahnsinnig schien mir nicht nur die Vorstellung auf der linken Straßenseite zu fahren, sondern ich konnte es mir schier nicht vorstellen, wie es aussieht und funktioniert. Es ist schon echt sehr seltsam. Da waren wir gerade mal schlappe 7 Nächte im Land der Kängurus und der bekannten Surfstrände und doch haben wir so viel gesehen, so viel erlebt und leider Gottes auch erfahren müssen, das Carlas Oma verstarb. Möge sie in Frieden ruhen, und auf dass sie von ihrem Leiden erlöst wurde.

Neben dieser traurigen Nachricht haben wir in Surfers Paradise gesurft, haben Koalas gesehen, Kängurus gefüttert und sind zeugen und Paten für den Fortbestand dieser seltsamen “hoppelnden” Spezies geworden. Und ein Beweis ist definitiv erbracht es eines der seltsamsten Länder der Welt, sofern wir dass mit unserem spärlichen wissen behaupten können. Für den der es nicht glaubt hier ein kleiner Literaturhinweis:
" Frühstück mit Kängurus" Bill Brison

Ein tolles Buch gespickt mit tausend interessanten Infos die man sonst wo wohl kaum irgendwo findet,...

Ansonsten hier ein paar Eindrücke die wohl mehr Aussagekraft haben als tausend Worte...
Da nicht nur die Tiere hier eigenartig und unvergleichlich sind sonder ganz besonders die Menschen, ist Australien eine echte Reiseempfehlung. Ein traumhaftes Land wenn man den Geschichten glauben schenken darf. Und mit Brisbane haben wir wohl einen echten Glücksgriff gelandet.

Gelandet! Na dass ist doch mal ein tolles Stichwort für die nächste Geschichte. Wenn man in Australien in ein Flugzeug steigt, ist man am anderen Ende der Welt. Da unser nächstes und damit vorerst letztes Reiseziel noch weiter am “Ars.h” ist, heißt es also zum x-ten Male einchecken und in ein Konservenbüchse steigen. Da in Brisbane das Flugzeugpersonal sich ein bissl besser mit Surfbrettern und dergleichen auszukennen scheint dauert unser check-in in Brisbane ganze 5 Minuten. Na dass ist doch mal ne Aktion voll nach meinem Geschmack...
Auf jeden Fall wenn man bedenkt, dass wir um 5 Uhr morgens am Flughafen waren!!!!!!!!!!!! Um genug Zeit zu haben!!! Ein bissl Verspaetung und dann aber endlich boarden fuer den Flug EK 430. Na dann.....


New Zealand


Taupo Bay
(Ostküste Pazifik)


Gelandet in Neuseeland am 12 OKTOBER. Nachdem wir durch die Zollkontrolle waren erwarteten wir die angekündigten Prüfungen (Versicherungsstatus und Nachweis über einen ausreichenden Kontostand) der uns in den letzten Tagen vor der Abreise noch Kopfschmerzen machte...). Aber nix da! “Haben sie irgendwelche Produkte bei sich die laut Bestimmung als Karantaene bedürftig oder gar verboten sind?” ‘Nein!’ “Dann einen schoenen Aufenthalt!”
Das war alles? Alles geritzt? Wollt ihr nicht unsere tollen Kontoauszüge sehen, oder unsere Versicherungspolicen checken? Nein? Na ja dann..... Also nach einem turbulenten Flug landeten wirr dann endlich im so belobten Land. Willkommen in einer neuen Zeitzone und stell die Uhr noch mal 3 Stunden vor. Na dann....

Jake, der jüngste der Rosevear Brüder steht wie versprochen beim Ausgang und heißt uns willkommen. Wahnsinn! Da ist man nun definitiv am anderen ende der Welt, und man wird vom Flughafen abgeholt. Ein schönes Gefühl am anderen Ende de Welt noch so etwas wie Familie, auf jeden Fall gute Freunde zu treffen. Jake, der jüngste der Rosevear Familie war gerade auf dem Weg zurück von einer Käsemesse im Süden des Landes, und konnte uns daher abholen und mitnehmen nach Keri Keri in Northland, Neuseeland. Keri Keri liegt ungefähr 4 Stunden nördlich von Auckland und somit dauerte die Fahrt lange genug um ein wenig zu quatschen über dies und das, doch vielmehr endete die Fahrt in einer gigantischen Sightseeing Tour durchs Land. Carla konnte ihre Augen noch gerade lange genug auf halten um zu sehen, wie eine Neuseeländische Tankstelle aussieht und fiel dann in einen tiefen langen Schlaf. Die Fahrt up North war unglaublich. Wir kamen an Wasserfällen vorbei, sahen hunderte von Schafen und ich fühlte mich irgendwie sehr schnell wie zu hause. Abgesehen von einigen kleinen Dingen ist es dem Niederrhein sehr ähnlich....
Als wir nach ungefähr 3.5 Stunden durch ein kleines Nest kamen, stoppte Jake das Auto und zeigte mir das wohl mit Abstand schönste Örtchen der Welt. Eine öffentliche Toilette die vom Österreichischen Künstler Hundertwasser entworfen wurde. Er hatte einige Jahre dort gelebt und die Toilette als Geschenk an die Stadt gesponsert. Unglaublich!! Ein begehbares Kunstwerk. Nach diesem Erlebnis bestätigte Jake per Telefon unsere baldige Ankunft und die Kartoffeln konnten in den Ofen geschoben werden Es war ein Festessen!!! Unglaublich wie viel besser echtes Essen schmeckt, im Verhaeltnis zu dem was man uns morgens im Flieger noch als breakfast verkaufen wollte. Nachdem Wiedersehen und leckeren Essen fielen wir dann aber auch in einen tiefen Schlaf in unserer ersten Nacht in Neuseeland.

Am nächsten Tag wurden wir von Tim abgeholt. Er hat uns mitgenommen nach Taupo Bay. Der wohl schönsten Bucht der Welt. Ein wunderschönes verschlafenes Kaff, am oberen Ende der Bay of Islands. Tim besitzt ein wunderschönes Haus in Taupo Bay, wo er eine kleine Surfschule leitet. Nicky ein weiterer Freund aus der Wavetours Frankreich Crew wohnt gleich um die Ecke. Die beiden haben uns unter ihre Fittiche genommen, und somit fühlten wir uns schnell sehr wohl. Wir haben Tim geholfen den Start in die Saison zu machen, und ich habe im Rahmen meines Praktikums für Tim sein Marketing und seine externe Kommunikation “aufgefrischt”. In sofern hatten wir gleich von Tag 1 alle Hände voll zu tun. Da Tim kaum long-term Kunden hat, sondern die meisten seiner Kunden in der Vorsaison sind so genannte Day customers. Carla und ich haben die Surfkurse geleitet, während Tim sich vor allen Dingen um unser leibliches Wohl gesorgt hat. Wir haben jeden Tag frisches Brot gebacken und einen Brotback-Wettbewerb gehalten, wobei sich Tim nicht gerne geschlagen gibt und uns sofern verwöhnt hat mit den ein oder anderen Leckerbissen. Das beste war wohl definitiv unser Begruessungsessen in Taupo Bay. Wir waren gerade angekommen da bat Tim uns freundlich die Neopren Anzüge über zu ziehen, und ihm zu folgen. Als wir am Meer ankamen, stellten wir zu meiner Enttäuschung und zu Carlas Belustigung fest, dass es wohl mehr als ratsam gewesen wäre Booties mitzunehmen. Na ja was nicht umbringt härtet halt eben ab... Also wir schwammen raus zu einem Felsen und fingen an unser Essen von dem Felsen zu ziehen. “Muscheln” ‘ja ja einfach abziehen und dann hier in den Beutel!’
Wahnsinn wir haben so ungefähr 60-70 Muscheln mit nach Hause geschleppt, wobei man sagen muss, dass eine einzige von ihnen groesser ist als der Berg von Muscheln die nach einem Festessen im ‘cave aux moules’ übrig bleiben. Man kann sich wohl vorstellen, wie das Essen ausgesehen hat...Lecker...

Wie versprochen hatte Tim sich um einen fahrbaren Untersatz gekümmert, und nach ein paar Telefonaten konnten wir ihn, Entschuldigung sie besuchen und kennen lernen. Ein 1986 Nissan Vanette. Nicht gerade so schnell wie ein getuenter Ferrari, und auch nicht so ein tolles Reisemobil wie ein VW Bulli aber er/sie hat 4 Reifen war gross genug für ein Bett hinten drin und fährt super. Tankt Diesel, und ist guenstig. Also nahmen wir diese weiße Nissan Dame auf, tauften sie auf den ebenso klangvollen wie viel sagenden Namen ‘ELMA’ und meldeten das Baby an. Da für uns beide das fahren auf der anderen Seite der Strasse ebenso fremd wie neu ist, schlossen wir noch fix ne Versicherung ab. Unglaublich wie schön unbürokratisch das hier geht!!! Man geht einfach zum nächsten Postamt, was eigentlich ein Supermarkt ist, andererseits aber auch eine Bank und sowieso ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen in der Umgebung. Alles in allem dauert alles mindestens 10-15 Minuten inklusive einfüllen, und anstehen. ‘Elma’ faehrt super ist weiss, sparsam (Diesel kostet hier ungefähr 0,48Euro) ein voller Tank = 500 km => 30 Euro. Das klingt im ersten Moment fantastisch und man könnte annehmen, dass man in 1 Monat locker mit einem Tank auskommen könnte. Da allerdings die nächste Möglichkeit ein Internetcafe zu besuchen satte 80 km weit entfernt ist, freundet man sich schnell mit dem lokalen Tankwart an der wiederum auch der Fischer ist und eigentlich auch einen Supermarkt leitet... Rundum ein gemütliches Land. Wildfremde Menschen kommen auf einen zu um ein Schwätzchen zu halten und schnell freundet man sich mit den Locals an. Somit wurden wir recht bald zum Rugby gucken eingeladen bei John und Marry. Das der abend einen etwas anderen Ausgang hatte als erwartet, war es recht feucht froehlich und scheinbar haben alle hier irgendwelche Vorfahren in Deutschland, Holland oder sonst wo in Europa. Das die Welt ein kleines Dorf ist merkten wir allerdings als sich eine Schülerin vorstellte. Sie kam aus Haarlem und wohnt wirklich direkt bei mir um die Ecke. Das wir gleiche Dozenten und gleiche Einkaufsgewohnheiten haben ist schon echt seltsam und dass man sich dann letztendlich am anderen Ende der Welt trifft - komisch!


Raglan
(Westküste Tasmanischer Ocean)


Nach einen wunderschönen Zeit bei Tim in Taupo Bay verließen wir diesem traumhaften Ort letztlich um weiter zu reisen nach Raglan. Was wussten wir vorab? Naja also dass Raglan am Meer liegt, an der Westküste um genauer zu sein. Raglan liegt 40 km westlich von Hammilton und alles in allem ungefähr 7 Stunden von Taupo Bay entfernt. (Es sind kaum mehr als 400 km!!!!) Na ja also los geht's. Im Hinterkopf haben wir dann auch noch die bekannten Bilder, der noch bekannteren Wellen der Pointbreaks von Raglan, und der weltklasse Surfer. Rätselnd wie mein Praktikum wohl genau aussehen wird machten wir uns also auf den Weg. Als wir ankommen in Raglan finden wir ein suesses kleines Dorf/Städtchen direkt am Meer und gesegnet mit Weltklasse Wellen. Nach einer kleinen Woche sind wir nicht nur reicher an Surf Erfahrung sondern haben schon ein paar Freunde gemacht. Mein Job bei Surfing New Zealand ist sehr interessant, und die Einfüllung meines Praktikums mehr als ideal. Ich lerne viel von der Erfahrung die diese Organisation hat, lerne einige wichtige Menschen kennen, und nachdem ich soeben erfahren habe dass mein Praktikumsbegleiter evtl. Der neue Chef der ASP Australia wird, scheint sich mein Netzwerk immer weiter zu entwickeln, und sich evtl. die eine oder andere Chance eröffnen. (ASP = Association Surfing Professional vergleichbar mit der ATP im Tennis...) Auch Carla wird bei den Events arbeiten und wir werden wohl auch ein paar Dollar verdienen. Die neachsten 3 Monate werden wir im Rahmen meines Praktikums in Raglan selber wohnen müssen. Nicht dass Raglan nicht ein schönes Städtchen ist, es ist leider Gottes sehr teuer. Daher werden wir beide wohl noch ein bissel Jobben müssen um unseren Lebensunterhalt/Wohnung finanzieren zu können, doch wer mal hier war wird zugeben, dass das wohl nicht so schlimm ist!

Nach diesen 3 Monaten in denen wir an den groessten Events des Jahres arbeiten, werden wir zurück nach Northland kehren, und dann werden wir mit dem Classsic, Classic, Classic und dem Fullers Cup 2 Events in Zusammenarbeit mit Surfing Northland selber organisieren. Alles in allem unglaublich um wahr zu sein. Eine spannende Zeit liegt vor uns doch wenn man bedenkt, dass wir für all das nicht mal mehr 6 Monate haben, denkt man nur noch... Dann mal in die Hände gespuckt....
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