Der Traum vom "Endless summer"

Wie so viele andere Binnensurfer ist auch Pascal viele Autostunden vom Meer entfernt aufgewachsen und erst spät mit dem Surfen in Berührung gekommen. "Bei uns gab es Berge und Schnee, also bin ich Ski und später Snowboard gefahren, anstelle eines rotzfrechen kleinen Grom an irgendeinem wellengesegneten Strand zu sein", erzählt er. Das ist der Grund wesshalb seine liebe zum Surfen erst im erwachsenen Alter begann. "Ich bin mit 18 Jahren in ein Surfcamp in Frankreich gefahren und dort ging es mir wie so vielen anderen, die feststellen mussten, dass zwei Wochen surfen pro Jahr einfach nicht ausreichend sind."
Einer von den Tage, für die wir Reisen, diesesmal in Mexico
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Und die nächsten Jahre verliefen genauso wie bei den meisten Anderen welche die Lieben zum Surfen und Meer für sich entdeckt haben, aber nicht in Meeresnähe leben. „ Ich wusste immer genau an welchem Tag ich zum Kiosk rennen musste um ein neues Surf Magazin zu ergattern, kannte jeder meiner Surf Filme auswendig und freute mich 50 Wochen pro Jahr auf die zwei kurzen Wochen campen in Frankreich. So fuhr ich dann auch jeden Sommer mit der Hoffnung auf ein paar gute Wellen runter, Wellen von denen ich dann die kommenden 50 Wochen wieder träumen konnte.“ So konnte es auf Dauer nicht weiter gehen und er wusste er muss mehr Zeit am Meer verbringen. Nicht nur um besser zu werden, sondern auch um ein zuvor unbekanntes Gefühl in ihm zu befriedigen.

Indonesische Perfektion, und wieder ganz allein im Wasser
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„Ich wusste, dass ich niemals Pro Surfer werden würde, aber mein Ziel war trotzdem besser zu werden und um die Welt zu reisen und all die Orte zu sehen, die ich von den Magazinen und Videos kannte. Allerdings ist ein Ziel ohne Plan nicht mehr als ein Traum, und so begann ich Geld zu sparen und mich von möglichst vielem Materiellem in meinem Leben zu trennen. Als nächstes kaufte mir ein Ticket und flog am 1. Januar 2005 nach Australien."

Sein Plan war nach sieben Monaten wieder nach Hause zu kommen, aber Flüge wurden verschoben und weitere Länder zusätzlich bereist, sodass er genau an Weihnachten wieder in der Schweiz landete.

Das Konto war zwar leer, dafür der Kopf voll mit neuen Eindrücken, Erfahrungen und Geschichten, die ihm niemand mehr nehmen konnte. Wie sagt man so schön: „Reisen ist die einzige Art Geld auszugeben, die einen bereichert.“ Wenn er jetzt zurückdenkt, sagt er: „ Für viele Leute ist so ein Trip etwas das sie einmal in ihrem Leben machen und sich für immer mit einem lächeln daran erinnern können. Sie sprechen dann von der „time of my life“, aber für mich war schon bevor ich wieder zurück war klar, das dies erst der Anfang ist. Mein Hunger war nicht gestillt, dafür mein Appetit geweckt.“

Einsames Surfen in den perfekten aber kalten Wellen Süd Amerikas
Einsames Surfen in den perfekten aber kalten Wellen Süd Amerikas
Über die nächsten Jahre arbeitete Pascal in verschiedenen Surfcamps in Frankreich, Marokko und Portugal, was ihm ermöglichte viel Zeit am und im Meer zu verbringen und zwischen den Saison andere Länder zu bereisen. Dazu kamen gut bezahlte Jobs in der Schweiz und weitere ausgedehnte Reisen. Dabei war es für ihn immer wichtig die Länder so authentisch wie möglich zu sehen, was viel Zeit voraussetzt, aber da ihm Zeit immer wichtiger war als Geld, war das normalerweise das kleinste Problem.

„Natürlich bedeutet ein solcher Lebensstil auch Schwierigkeiten und viel Verzicht, es ist nicht leicht die Wellen zu geniessen, wenn man weiss, das auf der anderen Seite der Erde ein Polterabend für einer deiner besten Freunde am laufen ist, aber darüber will ich mich nicht beklagen. Es sind meine Entscheidungen die mich dorthin gebracht haben wo ich bin und es sind die Erlebnisse und Bekanntschaften die mich zu dem gemacht haben der ich bin. Aber genau so sind es auch meine Entscheidungen die mich von anderen Dingen abgebracht oder abgehalten haben. Zum Glück hab ich eine unglaublich gute Familie und die besten Freunde der Welt. Schon klar, jeder glaubt das, aber bei mir ist das etwas anderes...ich weiss es“ lacht er. „Das gibt mir Rückhalt und somit sind die circa vier Monate die ich pro Jahr zu Hause bin genau so wichtig und schön für mich wie irgendwelche exotischen Traumziele von denen man nicht einmal den Namen aussprechen kann.“

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