Am Nachmittag ging es etwas nördlich nach Dreamland, das bei low tide in zehn Minuten zu Fuss zu erreichen ist. Dort erwarten uns ein peak und ein lefthander der weiter in der inside bricht, beide sind in der Größendimension von etwa 4-6 Fuss zu bemessen. In Dreamland besteht allerdings das Problem, das man auf fast ganz Bali findet, starke locals und sehr crowded. So erreichte uns, eine Woche nach unseren rides in Dreamland, die Nachricht von einigen Schlägerein im line up und so was kann einem wirklich die Laune verderben und aus dreamland "Freddy’s-nightmare-land" macht. Doch das ist eben das "Localverhalten" und existiert auf der ganzen Welt.

Durch Burns, Tom und Eka, the indonisian girl-friend of Burns, konnte ich es vermeiden greenhorn-mistakes zu machen. Denn es ist eher unbekannt das man in den Gewässern vor Bali mit einem grünen Board oder einer grünen short nicht surfen gehen "darf". Der Grund ist die Geschichte der seaqueen, die eine Vorliebe für Jünglinge und eben diese Farbe hat, man muss damit rechnen ihr zum Opfer zu fallen wenn man sich nicht an die Regeln hält. Man kann diese story nun als Aberglauben abtun, doch wird man auf ganz Bali kein Board oder short in Grün finden. Es ist eine Frage des Respekts und ist deshalb ratsam sich auch daran zu halten! Auf Bali wird man Orte betreten und Situationen erleben, die man so zuvor noch nie gesehen hat, mystisch und unerklärbar. Deshalb respektiert auch die mystische Seite von Bali!

Nach den ersten Tag voller guter rides ging es zurück nach Kuta, Bali bevor der Trip uns weiter nach Lombok führte. Da uns auf der Nachbarinsel von Bali nicht das mitreißenste Nachtleben erwartete beschlossen wir das "partyanimal" in uns zu befreien und machten die Nacht zum Tag. Die Rechnung bekam wir dann auch prompt auf der Fähre nach Lombok, in Form eines überwältigenden Sonnenbrands, präsentiert.
Den Trip nach Lombok organisierten wir über ein Reisebüro in Kuta, Bali und kostete die Kleinigkeit von 195.000 Rupien (ca. 20 ?). Inbegriffen waren: Bustransfer zur Fähre nach Padang Bay, die Fähre nach Lombock und der Bus nach Kuta, Lombok.
Am Ziel angekommen erwarteten uns bereits einige Einheimische die sich alsbald als Gangster herausstellen sollten. Mit diesen Jungs hatten wir in der Folge einige kleinere Probleme da sie uns unbedingt motorbikes zu überteuerten Preisen vermieten wollten und sie im Laufe der Zeit immer aggressiver wurden. Da wir Angst um unseren stuff hatten, der in den Zimmern nicht unbedingt sicher war, hielten wir sich einigermassen bei Laune und gaben in die Eine oder andere Sache zu erledigen.

Kuta liegt ca 10 Minuten von Grupuk Bay entfernt, die man nur mit einem Fischerboot erreichen kann. Am ersten Tag begleitete uns Chan, unser guide, der uns zunächst recht sympatisch schien. An diesem Tag waren wir etwas zu spät und so war bereits eine Gruppe von Japanern in der Bucht, die sich aber schon bald verabschiedeten. Danach hatten wir für eine Stunde den reef righthander für uns alleine. Die Welle ist nicht sehr kraftvoll und relativ leicht zu surfen, deswegen findet mach auch viele Anfänger in Grupuk vor, doch macht es viel Spass sie zu reiten und ist mitunter eine der Schönsten auf Lombok. Die Fischer die Einen in die Bucht fahren, warten so lange wie man surfen möchte und bringen dich auch wieder wohl behalten zurück an den Strand, Kosten pro Tag: ca. 5?. Am nächsten Tag waren wir wieder mit unserem guide verabredet, doch diesmal schon um 06.00, da Chan allerdings nicht erschien, stiegen wir ohne ihn in den nächsten Bemo (eine Art öff. Bus). In diesem Moment erschien der Indonesier und sagt nur: "It’s too early for me!", dennoch forderte er sein Geld als guide ein, also auch etwas kleinkriminell. Nachdem wir schon zu lange mit diesen Gangstern, anders kann man sie leider nicht nennen, diskutierten bezahlten wir Ihn nur um unsere Frieden zu habe. Wenigstens hatten wir 4 Fuss Wellen die uns den Tag verschönerten, obwohl in der rushhour bis zu 30 Leuten im Wasser waren. Dennoch erwischt man sehr gut Wellen, da es keine überragenden surfer waren, wären allerdings nur 3 Australier im Wasser hätte man schon größere Probleme an eine Wave zukommen.

Nach zwei Tagen Grupuk wollten wir nach Mawie, was sich als ein Problem herausstellte da unsere "Freunde" 300.000 Rupien (ca. 30 ?) wollten, das Durchschnittseinkommen eines Indonesiers. Nach langen Verhandlungen hatten wir einen akzeptablen Preis erreicht und so ging es ab nach Mawie. Dort befindet sich ein Peak, der aber an diesem Tag zuviel swell aus der falschen Richtung bekam und deswegen nicht surfbar war. So saßen 15 Surfer am Strand und beobachteten das Wasser, bis schließlich 2 Neuseeländer die Welle in Angriff nahmen, doch auch sie scheiterten. Nach weiteren Diskussionen mit unseren Locals hatten wir genug und wir planten unsere Abreise. Man muss dazu sagen das natürlich nicht alle Menschen auf Lombok sich so verhalten, den speziell auf der Fahrt nach Mawie begrüssten uns die Einheimischen sehr freundlich und waren aufgeschlossen was unseren Sport betrifft. Die angesprochnen Gangster sind eben die typischen schwarzen Schafe die man in den Touristenorten findet.

Dennoch verabschiedten wir uns von Kuta, Lombok, doch auch die Abreise musste gut organisiert sein. Wir gingen wie üblich am Vormittag in die Bay surfen, doch als wir zurück kamen wurde schnell gepackt, bezahlt und wir rauschten mit unserem Bemo, den uns die Touristeniformation besorgt hatte, ab. Dies war notwendig da, wenn die einheimischen Jungs gewusst hätten wann wir abfahren würdem, sie uns womöglich das Zimmer ausgeräumt hätten und da auch die Leute vom Hotel dazu gehören ist es besser die Abreise spontan zu gestalten.
Nun hatten wir alles ohne größere Zwischenfälle überstanden, dennoch mussten sich Burns und ich von den anderen trennen, da sich eine Verletzung, die er sich bereits einen Monat zuvor zugezog, jetzt infisziert hatte. Die Anderen setzten ihren Trip weiter Richtung Lakey peak, Sumbawa fort. Natürlich wären wir auch gerne dabei gewesen, doch ist mit derartigen Verletzungen auf Sumbawa nicht zu spaßen, den selbst ein kleiner Kratzer kann zu einem großen Problem werden.
Burns und ich erreichten nach einer weiteren Fahrt in einem Bemo den Hafen und waren bald darauf auf der Fähre nach Bali. Doch es gab (oh Überraschung!) wieder ein Problem, denn wir saßen auf der letzte Fähre, mussten aber noch von Padang Bay zurück nach Kuta, Bali. Wir mussten damit rechnen einen überhöhten Preis zu zahlen, doch auch dieses Mal war Fortuna uns wohl gesonnen. Wir trafen Buddy einen Indonesier, der uns behilflich war ein Transportmittel aufzutreiben. Da der öffentliche Bus ausgebucht war organisierte er einen Truck für uns. Das Ganze hatte nur einen Hacken wir mussten unser Gepäck auf den LKW laden und zu Fuss durch die Kontriolle gehen. Der Fahrer hätte die Möglichkeit gehabt mit unserem stuff zu verschwinden, doch war es ein ehrlicher Mann, der uns in einer Seitenstrasse aufsteigen lies und ab ging die wilde Fahrt. Buddy ermahnte uns mit den Worten: " Got to sleep!", uns hinzulegen da die Polizei, die wirklichen Gangster Indonesiens, sicher 50? verlangt hätten wenn sie zwei Surfer auf dem LKW gesehen hätten. Auch während der Fahrt, die rasanter hätte nicht sein können, wurden wir ein weiteres Mal durch den Fahrer darauf aufmerksam gemacht uns ruhig zu verhalten, da der " boss" an der Strasse wartete. Nach einer letzten spannenden Taxifahrt waren wir wohl behalten in unserem wohlbekannten Penginapan (Pension) angekommen.

Die folgenden Tage standen unter dem Zeichen chillen und relaxtes surfen, zumindest für mich, da Burns Bettruhe von seiner Freundin verordnet bekam. Also hies es zum einen am Vormittag surfen und zum anderen mit einigen einheimischen Jungs, Domino spielen, ein game das einen wahren Kultcharakter besitzt. Schließlich kehrten unsere verlorenen Jünger, Chris und Nepi von Sumbawa zurück um uns ihre Geschichten zu präsentierten, die uns neidisch machten. Nepi sprach sogar von einer der cleansten Wellen überhaupt. Solch ein bracht Exemplar hätte Ihn allerdings fast zermalmt, da er eine sieben Fuss Welle zuspät sah und erst im obersten drittel zum duck-dive ansetzen konnte. Wäre der Sog der darauffolgenden Welle nicht stark genung gewesen, hätte sie Ihn mit in die Tiefe gezogen und ganz einfach zerstört. Doch wird selbst in so einer Welle auf Teufel komm raus gedroppt. Wenn ein Drop schon zu einem flying drop wird kann die Sache ganz schnell ins Auge gehen, doch in lakey peak kümmert das nur Wenige. Die Jungs und Mädls springen einfach neben einam zwei Meter in die Tiefe um die Welle zu bekommen, angesichts 5-7 Fuss Waves nicht ganz Ohne. Nach diesen Geschichten wurde es für mich Zeit mit Chris und Nepi Kuta erneut zuverlassen, Burns musst aufgrund seiner Verletzung weiter das Bett hüten. Diesmal ging es entlang der Westküste in Richtung Norden. Der erste Stop war Canggu, dort findet man verschiedene gute left- und righthander, wobei man diesen, ca ½ Stunde von Kuta entfernten, Beach bei Mide to Hightide surfen sollte, da bei Lowtide einige Felsen zum Vorschein kommen, die einem das Leben schwer machen können. Canggu hat vielleicht die Besten locals von Bali und ist ausserdem ziehmlich crowded, deswegen ist es nicht immer ganz so einfach an Wellen zu kommen, doch man schafft es! Nach einem Vormittag mit gutem surf für Chris und Nepi und einem recht guten Photoshooting für mich ging es weiter Richtung Norden. Nächster Stop: Balian, auch hier wieder verschiedene peaks, wenn auch das Wasser aufgrund des Balian Flusses verschmutzt ist, ist es dennoch ein schöner Surf . Da wir zuspät waren und zuviel sideshore uns die Wellen verbliesen, genossen wir einfach die Ruhe und chillige Atmosphäre an einem Ort der seines Gleichen sucht. Danach ging der wilde Ritt weiter nach Medewie wo wir uns in einer kleinen Penginapan einquartierten. Medewi ist ein smoother und langsamer rockbrake lefthander, der vorallem für longboarder aber auch Anfänger gut geeignet ist. Zwei Tage genossen wir diese Welle, die uns mit 3-4 Fuss Wellen beglückte. Am Nachmittag erkundeten wir das Landesinnere von Bali und besuchten den Tambligan lake, dessen Ruhe etwas gespenstiges hat, meistens beginnen Horrorfilme auf diese Art.

Ausflüge sollte man unbedingt auf eigene Faust versuchen, meiner Meinung nach hat man nur so die Möglichkeit das wahre Bali zuerleben. Das Surfboard ist da nur ein Plus.

Zurück in Kuta, Bali krönte ein Punkkonzert von "Postman" und "Superman is dead", zwei indonesische Punkorchster, meinen vier wöchigen Aufenthalt in Asien. Diese Jungs rocken richtig, sie stahlen sogar dem Mainact "hoobastank", aus den USA die show.

Meine Zeit auf Bali und Lombok hat Einiges für mich verändert nicht nur im Hinblick auf das Surfen, die Angst vor reefbreaks wurde durch gesunden Respekt abgelöst, auch die Einstellung zu den Dingen des Alltaglebens hat sich geändert. Nicht umsonst ist Bali die Insel der Götter und kann nur als mystischer und geheimnisvoller Ort beschrieben werden. "Once on Bali you will defenitly come back", the owner from the "indodreams surfshop", Bali

Text & Photos by Hans Harich aka Snah
soulsurfer league; www.soulsurfercamps.com
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