Die bekannten Probleme der unbekannten und oft unterdrückten Rasse der Landlocked Surfer

Pascal
Pascal
Landlocked Surfer… hört sich irgedwie doch cool an. Zumindest besser als „Binnen-Surfer“. Wie auch immer, die Landlocked Surfer sind eine Rasse die ganz anders als viele andere Tiere nicht vom Aussterben bedroht sind, sondern sich seit Jahren unaufhaltsam vermehren, ohne das man hierbei irgendein klares Paarungsverhalten beobachten kann. Ok, das stimmt vielleicht nicht ganz.
Wenn man sich im Sommer an der Französischen Atlantikküste aufhält, oder durch Portugiesische Fischerdörfchen zieht, sieht man die Männchen mit geschwollener Brust, und die Weibchen im farbenprächtigen Federkleid.

Auch die verschiedensten Variationen des Balztanzes sind nach ein paar Superbock, San Miguel oder Cidre zu beobachten. Man könnte denken, das es Jahre dauert zwischen erfolgreichem Balztanz und dem Tag an dem die jung geschlüpften Binnen Surfer flügge sind, und sich in die Fluten werfen. Aber auf unerklärliche Art und Weise, geht das irgendwie viel schneller.

Aber das ist eigentlich nicht das, auf was ich hinaus will, sondern es beschert mir eine Audienz, die versteht, von was ich rede. Es sind die Probleme der Landlocked Surfer. Probleme die jene Surfer die am Meer leben nur kennen, wenn sie einmal einen Unfall hatten, der sie länger dem Wasser fern hielt.

Es sind Probleme, über die wir uns eigentlich nicht beklagen dürfen, da wir ja wissentlich den ganzen Aufwand auf uns nehmen, um ein paar Tage im Wasser zu sein. Also beklagen wir uns nicht über unsere „Probleme“, sondern feiern wir sie als eine Art Anerkennung und Initiationsritual, welches wir jedes mal wieder aufs Neue über uns ergehen lassen. Und wie gesagt würden „Nicht-Binnen Surfer“ solche Dinge gar nicht verstehen, da sie sich nie damit rumquälen müssen. Also schweigen wir dazu und lassen die Rituale und Schmerzprüfungen jedes mal wieder über uns ergehen…

Die Rippenbögen

Das ist ein Problem, das nicht nur wir kennen, sondern auch viele der Surfer, die nach einem langen Winter im Wetsuit endlich wieder in Boardies ins Wasser springen können. Was es genau ist, und was dagegen hilft? Ich habe viele verschiedene Meinungen dazu gehört und es gibt nicht wirklich ein Patentrezept. Eine gute Möglichkeit ist, die ersten Tage mit Neopren Rash-west zu surfen, aber auch dann werden deine Rippen schmerzen, wenn vielleicht auch ein bisschen weniger. Die weitaus wirksamere Option wäre sein Surfboard gegen ein SUP zu tauschen. Eine weitere Option ist der „Car park Surfer“. Bring dein nagelneues Brett zum Strand, und steck es cool in den Sand, während du dich daneben sonnst. Die Bilder die du am Strand mit dem Board schiesst, sehen auf Facebook eh viel besser aus als die Actionshots im Wasser, und dazu weiss zu Hause ja keiner wie viel du wirklich gesurft bist. Und wenn jemand die Frechheit besitzt dich zu fragen, wieso du nicht surfst, sag einfach ganz cool, das die Wellen zu klein sind. Das imponiert immer, und ist vielleicht schon ein kleiner Vorteil für den nächtlichen Balztanz.

Wieso heißt es denn: Car park surfer, wenn man doch am Strand rumliegt? Ganz einfach, weil du ihm auf so ziemlich jedem Parkplatz der Welt begegnest, wenn es direkt davor Wellen gibt, oder eben auch nicht. Und am Strand an seinem Tan zu arbeiten und nicht an seinen Turns, ist die weitergeführte Version für Binnen Surfer.

Eine weitere Möglichkeit ist, einfach drauf zu scheissen und trozdem surfen zu gehen. Mach deine Sessions ein bisschen kürzer und beiss einfach auf die Zähne. Sobald du eine Welle erwischst und auf dem Brett stehst, wirst du nicht mehr an deine Rippen denken. Und zudem geht es normalerweise nach zwei bis drei Tagen wieder vorbei.

Der sterbende Schwan

Natürlich kannst du dich auf deinen nächsten Surftrip vorbereiten. Schwimmen gehen, Cardio-Training, oder auf dem Ruder-Ergometer abschwitzen, aber wie viel Disziplin hast du wirklich? Ich hab schon alles probiert. Mal mit mehr und mal mit weniger Disziplin und Erfolg. Dabei ist die Rudermaschine echt fast nicht zu toppen und auch deine Längen im Schwimmbad sind da nicht so effektiv. Ein gezieltes Ganzkörper-Workout kann dich natürlich auch zum Energizer Bunny machen, aber nur wenn du es auch wirklich durchziehst. Allerdings werden sich die meisten mit maximal mässiger Vorarbeit in die Fluten werfen. Und so ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis ihr den sterbenden Schwan zum besten gebt. Dein Kopf ragt nicht mehr stolz über deine Schultern heraus, sondern ist dem Brett gefährlich nah. Wenn du versuchst eine Welle an zu paddeln, kriegst du die Arme gerade noch so knapp über die Wasseroberfläche, aber deine Paddelschläge haben nicht mehr viel Einfluss auf deine Vorwärtsbewegung.
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