Das größte Problem an sterbenden Schwänen ist, sie sitzen oder liegen oft irgendwo im Line up herum, anstelle zurück an den Strand zu gehen und dort zu entspannen. Keiner mag ein überfülltes Line up, und die Schwäne, die nur irgendwo rumtümpel und hoffen irgendwie doch noch ne Welle zu erwischen, sind niemandem eine Hilfe, auch nicht sich selber.
Also wenn du merkst, das du nicht mehr die Kraft hast, dich so über die Wasseroberfläche zu ziehen wie du dir das vorstellst, mach ein paar Stunden Pause, am besten im Schatten, und geh später wieder ins Wasser. Dies nicht nur aus Fairness gegenüber den anderen Surfern. Es ist auch für dich gefährlich, wenn du völlig ausgepowert im Wasser bist. Es ist der Ozean, und du weißt nie was passieren wird. Eventuell kommst du in ein Rip der dich rauszieht, oder deine Leash reisst und du musst ohne Brett zurückschwimmen. Also immer genügend Reserven haben.

Auch hier dauert es normalerweise 4-5 Tage, bis du wieder ungefähr so paddelst, wie du dir das vorstellst. Natürlich dauert es länger um richtig „paddle-fit“ zu sein, aber nach ein paar Tagen geht es normalerweise schon wieder ziemlich gut.

Das "Ich-bin-doch-nicht-Kelly-Slater-Syndrom"

Wenn du länger nicht mehr gesurft bist, erinnerst du dich weder an deine schmerzhaften Rippen, noch an dich als vordersten aller sterbenden Schwäne, sondern nur an all die super Wellen, die du schon gesurft bist. Du erinnerst dich an jeden Turn und Cutback, an den steilen Take off und den Cove up, an den Floater über die close out section, und in deinem Kopf fühlt es sich nicht bloß so an, wie wenn du all dies auf der selben Welle gemacht hättest, sondern wie wenn du es auf jeder Welle und jedes mal machst. Du hast das Gefühl, du paddelst raus, drehst dich um, und surfst jede Welle, wie wenn du nie etwas anderes gemacht hast. Aber leider dauert auch das ein paar Tage, und höchst wahrscheinlich hast du nicht all deine besten Turns auf eine einzige Welle gezaubert, sondern über Jahre verteilt. Und so sind die ersten paar Sessions deines Trips noch ernüchternder als bloß schmerzende Rippen, nutzlose Arme und wackliges down the line Surfing. Aber auch hier wirst du nach weniger als einer Woche wieder mehr oder weniger so surfen wie zuvor, auch wenn dieses Surfen nicht so beeindruckend ist, wie in deiner Erinnerung. Leider sieht es auch nicht so toll aus, wie es sich anfühlt, aber du surfst ja für dich und wie es aussieht ist ja nur halb so wichtig, wenn es sich gut anfühlt. Aber du kannst ja auch gegen dieses Problem wieder den Trick anwenden, gar nicht zu surfen, weil es "zu klein" ist.

Aber jetzt erstmal genug der Schwarzmalerei, fröhnt euch weiter dem "Mindsurfen" und schwelgt in euren Erinnerungen. Vergesst die sterbenden Schwäne und das ganze unnütze Zeug. Ihr werdet früh genug wieder daran erinnert, wenn ihr wieder im Wasser seid. Aber schlussendlich haben ja auch genau diese paar harten Tage am Anfang jedes Trips etwas ganz spezielles, da es Ganzjahres-Surfer erstens nicht verstehen, und zweitens, weil die genussvolleren Tage danach noch viel süsser und belohnender sind.

Bilder und Text von Pascal

Ein paar Worte zu meiner Person:

Ich verbringe seit vielen Jahren den Grossteil meiner Zeit auf Reisen. Immer mit dabei sind Surfboard, Notizblock und Kamera.

Ich lebe das Leben, welche ich mir ausgesucht habe, und das funktioniert! AUCH FüR DICH!

Dazu musst du weder Profi-Surfer, noch gut bezahlter Fotograf oder Journalist sein. Das einzige was es braucht, ist eine Entscheidung, den Mut für den ersten Schritt, und die Energie diesen ersten Schritt jeden Tag auf ein Neues zu tun. Okay, es gehört auch manchmal Verzicht dazu, und den Willen einfach zu leben, um dem nach zu gehen,
was man wirklich will.

So sehr ich das Meer will, ist da bei mir Momentan Verzicht angesagt, und ich sitze fern ab von Wellen in der Schweiz. Aber das tut meinem Konto gut, und lässt mich von meinem Nächsten Trip träumen. Und mit den Weihnachtsferien vor der Tür, dauert es auch nicht mehr lange, bis ich mich wieder in die Fluten werfen kann.

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