H2D in Teneriffa

Nein, hier geht es nicht um die Flip – Flops einer bekannten Surf – Firma, schon gar nicht über ein Test – Bericht über Surf – Sandalen, viel mehr möchte ich erwähnen, dass ich ein Anhänger der Birkenstock – Fraktion bin (zu mindest halten sie jetzt schon seit fast sechs bis sieben Jahren und haben sämtliche Strandfeuer, Riff – Besichtigungen und Swell - Checks überstanden – Mode - Bewusstsein ist aber mit Sicherheit was anderes).
Damals, dass kann man so schon sagen, ist ja jetzt schon fast zwei Jahre her, als ich auf Teneriffa war, wollte ich meine ersten Riff – Erfahrungen sammeln. Und was noch viel wichtiger war, ich wollte nach drei Jahren Biscay– Surf endlich mal eine richtig nette Welle surfen die so richtig schön läuft, so wie man das aus den Hochglanzmagazinen und zahlreichen Surf – Filmen kennt. Halt einmal im Urlaub die Worte glaci, tube, barrel, off - shore verwenden, um einen perfekten Surf zu beschreiben. Das war mein Wunsch!

Nachdem, ich mein Fachabitur abgeschlossen hatte, bot sich die Gelegenheit. Ein guter Freund wohnte auf Teneriffa und versuchte sich an der UNI von La Laguna in Spanisch - Lernen. Ich denke, er hat es mit dem Spanisch lernen nicht so genau genommen, viel mehr wollte er so wie viele andere vor ihm einfach nur surfen, am Besten halt jeden Tag.

Er fragte mich ob ich ihn nicht mal besuchen möchte, ich bräuchte auch nur den Flug zahlen, wohnen könnte ich bei ihm in seiner WG. Sofort suchte ich mir einen Flug raus, damals zahlte ich so ca. 300,- DM, was heut zu Tage wohl eher utopisch ist für ein Hin – und Rückflug auf die Kanaren. Nun gut, das Ticket war gebucht und abgeholt und an einem kalten Februartag ging es ab in den Flieger. Übrigens brauchte der Flieger unglaubliche neun Stunden bis nach Teneriffa. Das Problem lag am harten deutschen Ruhrgebiets – Winter und am Flughafenpersonal, welches es nicht schaffte die Flügel des Flugzeuges gleichzeitig zu enteisen. War der eine Flügel frei, so war der andere wieder voll geschneit. Ja und das wiederholte sich dann mehrmals, bis man dann doch so nach drei Stunden los fliegen konnte.

Auf Teneriffa endlich angekommen und voller Vorfreude auf die erste Surf – Session, entmutigte mich gleich das nächste Problem, mein Board kam nicht aus dem Flugzeug. Nach mehreren Versuchen dem spanischem Personal zu erklären dass ich jetzt sofort mein Board bräuchte, weil da draußen ein paar Wellen auf mich warten, gab ich auf und ging durch den Zoll, zu meinem Bekannten der schon geschlagene vier Stunden wartete. Er hatte nicht mitbekommen, dass in Düsseldorf die Eiszeit ausgebrochen war.

Ich erzählte ihm von dem ganzen Desaster und von meinem verschollenen Board. Kaum erzählt, ging er zum Schalter, schiss das halbe spanische Flugpersonal auf Spanisch zusammen und prompt war das geliebte Brett wieder da. Er hatte wohl doch im letzten halben Jahr, welches er auf dieser Insel schon verbracht hatte, etwas in Bezug auf Sprache, gelernt.

Wir fuhren mit seinem Bus weiter in Richtung Süden. Las Americas war das Ziel. Der Ort ist zu gleich die wohl größte Touristen – Partymeile auf der Insel aber auch einer der besten Spots. Wir hielten an, packten schnell die Board aus, fix in den 3/2 er gestiegen, noch etwas Wachs aufs Brett und los ging es. Von einer leichten off – shore Briese begleitet, rollten entspannte vier bis fünf Fuß über das rund gewaschene Lava – Riff. So hatte ich mir das vorgestellt! Außerdem war zu meiner Verwunderung gar nicht viel los. Das konnte aber auch daran liegen, dass in Las Americas mehrer Spots neben einander liegen. Es gibt dort so ca. vier bis fünf Peaks. Einer der besten davon ist wohl die „ Spanish Left “. Der aber erst ab acht Fuß so richtig laufen soll. Die Locals hier im Süden der Insel hab ich höchst gelassen in Erinnerung, eher freundlich und kollegial, wenn man das so beschreiben darf. Die Wellen hier, sind je nach Bedingungen eher steil und schnell. Ab 1,5m wird es hol und tuby und man bekommt schon mal Bekanntschaft mit dem Riff. Ansonsten war es mein Lieblingsspot. Alles ist hier entspannt, relaxed halt, hier erfährt man die Bedeutung von „Hang Loose“. Ach, übrigens gibt es hier nicht nur ein paar Seeigel, ich hab sie irgendwann aufgehört zu zählen, hätte wohl so wie so nichts gebracht. Ist ja eigentlich egal ob es 1.000 oder 10.000 waren, die nur darauf gewartet haben, sich in deine Füße zu bohren. Auf der Welle wurde man jeden falls für die Schmerzen entlohnt. Manchmal surft man hier auch in Begleitung von Delphinen, die sich hier ganz gern mal ihrer Neugier entledigen.
Las Americas (Promenade)
Las Americas (Promenade)
Las Americas (Promenade)
Las Americas (Promenade)
Ok, weiter ging die Reise.

Diesmal führte uns die Wellengier in den Norden. Bajamar war der Spot unserer Begierde. „Flaches Gewässer“ nennt sich dieser Spot übersetzt und das nicht ohne Grund, ziemlich flach hier, da muss man schon mal schauen wo man so hin surft. Da kommt schon mal gern hier und dort ein kleiner oder größerer Stein, Brocken aus der Welle zum Vorschein. Aber was den Spot so herausragend macht, ist eigentlich der perfekte A – Frame und einer meiner längsten Wellenritte. Außerdem surft man dort in einem Ambiente der besonderen Art. Steile, grün bewachsene Lava – Klippen stürzen in das dunkel – grüne, manchmal türkise Meer. Diese Welle ist aber erst ab 1,5m surfbar, bricht auch eher langsam aber dafür perfekt. Ein großer Nachteil sind hier die Locals. Sie sind sehr aggressiv gestimmt, wenn Surf – Touris auftauchen. Da sind Storries von zerstochenen Autoreifen oder gebrochenen Nasen noch harmlos. Wir selbst haben davon nichts mitbekommen. Abgeschreckt von den ganzen Erfahrungsberichten anderer Surfer, sind wir immer früh morgens dort surfen gegangen und waren nach vierstündigen Sessions schon aus dem Wasser bevor der erste Local am Strand war. Die Spanier sind halt keine Frühaufsteher, bei denen fängt der Tag erst um ein Uhr Mittags an.
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