Eigentlich hatten wir es auch gar nicht nötig uns diesen Wellen auszusetzen. Die Zicatela ist zwar das berühmteste Juwel in der Wellenkrone Oaxacas, jedoch sind wir für etwas anderes hergekommen: rechte Sandpointbreaks. Lange, chillige, barrelende rechte Sandpointbreaks. Und von denen gab es in Mexiko viele- richtig viele. Spätestens seit dem RipCurl „the search“- Contest in Barra de la Cruz mit seinen 3 mal 10-Sekunden Barrels auf einer Welle weiß die Surferwelt davon. Und wir deutschen semi-kooks wollten unser Stück vom Surferhimmel.
Und hach: was haben wir gescored. Auch wenn der eine oder andere Spot nicht mehr allzu top-secret war konnte man mit ein bißchen suchen durchaus noch Spots für sich alleine finden. Ansonsten war es ein recht adäquates Mittel die Guten-Morgen-Crowds zu meiden und einfach in der Mittagshitze surfen zu gehen. So konnte man die Siesta-geilen Locals ganz gut austricksen. Wir verbrachten also 3 Wochen an Rigthhandern wie Chacahua (Halbinsel umgeben von Mangrovenwäldern mit Krokodilen), Mojones (schwer zu finden, aber seeeehr einsam) und Roca Blanca (weiße Felsen halt).

Dann kam der 22.Mai 2010: ein Tag den ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Es kam einfach alles zusammen an diesem Tag. Ich konnte die Nacht vorher eh nicht schlafen, weil ich erwartete jeden Moment zum ersten mal Onkel zu werden, mein geliebter FC Bayern hatte das Champions League Finale (ich hatte mir extra ein Bayern-Dress mit „Contento“ drauf gekauft, was „zufrieden“ auf spanisch heißt- fand ich passend), es hatten ein paar mir wichtige Menschen Geburtstag und außerdem hatte sich ein Megaswell angekündigt.
Die Créme de la Créme der Big Wave Szene war am Start und wollte es sich richtig hart besorgen. Grant „Twiggy“ Baker, Rusty und Greg Long, Mark Healy, Jamie Sterling, Carlos Burle und die verboten scharfe Maya Gabeira. Machen wirs kurz: es war eine spektakuläre Show, die sich meinen glasig-verklebten Augen bot. Der Tod von Noel Robinson war noch bei allen in den Köpfen und dennoch wurde sich rein gar nichts geschenkt. Es begann mit ein paar abtastenden tow-ins, gefolgt von ein paar kurzen aber intensiven paddle-ins. Man wollte testen ob die Zicatela heute milde gestimmt war oder naja, ne Zicke.
Bali , September 2005
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Ich bin gemein. Erst gewinne ich dieses Kima-Camp beim Epicsurf Fotowettbewerb und dann erzähle ich Euch auch noch wie geil es war. Sorry. Der Auftakt war erstmal Horror, leider. ...mehr
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